Archiv für August 2015

LARP und die Realität – eine Danksagung an meine Privilegien

Das heutige Thema ist etwas anstrengend und geladen. Es geht um Krieg, Liverollenspiel und politik. Es geht darum, warum ich froh bin in Deutschland zu leben und es nach wie vor als das „gute Leben im falschen“ bezeichne.

Fangen wir mal mit dem an, mit dem vermutlich die meisten die meinen Blog lesen etwas zu tun haben: Liverollenspiel, oder genauer, Endzeitliverollenspiel a la Mad Max, Postman, Fallout, Waterworld oder Metro 2033. Wir laufen herum in einer Welt, vom Krieg gebeutelt, von Kriesen, Hunger, Mangel, Gewalt. Eine Welt, die wir unseren Kindern (wenn wir welche haben) ungerne antun würden. Warum? Weil wir Spaß daran haben. Weil wir die Zeit und das Geld haben es zu tun. Weil wir eben nicht in einer solchen Welt leben, sondern in Deutschland. Wir haben alle eine Wohnung und müssen uns eher selten einen Kopf darüber machen, wann das nächste warme Essen auf den Tisch kommt oder wie es zu bezahlen ist. Und das finde ich toll. Ich mag es. Es ist schön, so sorgenfrei Leben zu können und nur mal ab und zu spielerisch das Gefühl zu haben den Tag nicht zu überleben weil mir die Medikamente fehlen, das Essen ausgeht oder weil einfach einem Idiot mit einer Knarre mein Gesicht nicht passt – warum auch immer.
Ich bin froh als weißer Mensch in Westdeutschland aufgewachsen zu sein.

Wer ein bisschen Mitdenkt kann sich vermutlich denken, dass nun das große ABER kommt. Und liegt damit richtig.
ABER: Mir ist natürlich auch bewusst, dass das, was ich da so nebenbei zu meiner Bespaßung tue, in anderen Teilen der Welt bittere Realität ist.
Natürlich nicht genau so, denn unsere Welt ist eine stark romantisierte und fiktive Welt. Es ist woanders einfach viel Schlimmer. Im Iran würde ich für das, was ich bin, gehängt. Trans*weiblich und nicht Hetero. In Deutschland muss ich „nur“ Angst vor Männergruppe, dummen Kommentaren und abfälligen Blicken haben. Vereinfacht ausgedrückt.
In anderen Teilen der Welt herrscht Krieg, und ich bin froh nicht dort zu leben. Ich kann auch jede Person verstehen, die dort zu fliehen versucht. Denn: Dank meinem Rollenspiel weiß ich ansatzweiße, wie beschissen das ist. Ich kenne Folter und Hinrichtung, ich kenne Verfolgung und ich kenne Krieg und Terror.
Und ich möchte dass dort, in diesen Ländern, es den menschen auch einmal so gut gehen kann wie mir. Dass sie ihre Meinung, ihre Sexualität und ihr Geschlecht frei nach außen tragen können ohne dass ihnen mit Hass und Abneigung begegnet wird.

Und doch kritisiere ich das Land, in dem ich lebe. Eben weil ich hier lebe und weil ich weiß das es anderen nicht so gut geht. Ich glaube an eine Utopie, in der es den Menschen Besser geht als aktuell, in der wir alle friedlich miteinander leben können – nicht ohne Konflikte, aber ohne tödliche Gewalt. So ein bisschen wie in „Hurra die Welt geht unter“ von K.I.Z.
Überall. Und egal wie gut es mir hier geht, ich nehme mir heraus zu kritisieren was scheiße ist – zum Beispiel wenn die Polizei mal wieder linke verkloppt und Nazis oder andere Kartoffeln, die gerade besorgt wie sie sind, ein paar Flüchtlinge anzünden, laufen lassen. Wenn wieder mal irgendwer im Netz sexistische oder homophobe Scheiße labert. Oder das eben Kapitalismus nicht so alternativlos ist wie oft dargestellt – etwas besseres ist eben nicht gut genug und Kritik bleibt notwendig, so notwendig wie eben das Maul aufzumachen und für die eigenen Rechte zu kämpfen. Auch wenn es mir schon besser geht als einem Großteil der Menschheit. Und eben für diese Menschen zu Kämpfen, ist auch notwendig. Gegen jene, die ein Gedankengut haben das ich schon für sich als verbrecherisch einstufen würde, weil es eben Menschen anzündet oder im Mittelmeer vom Schlauchboot schubst, Obdachlose ermordet und Menschen als Unwürdig einstuft, nur weil sie nicht das Glück hatten in Europa geboren worden zu sein, was oft die einzige nennenswerte Leistung ist, die diese Leute noch nicht mal selbst erbracht haben.

Von daher: Ich bin froh hier zu leben (aber eben nicht „stolz“) und ich bin froh das ich Larpen oder meine Freizeit mit anderem spaßbringendem verbringen kann. Aber ich bin mir meiner Situation und Privilegien bewusst und setze mich dafür ein dass einmal alle Menschen, wenn sie möchten, so Larpen können wie wir – den Krieg nur als einen Teil im Leben erleben zu müssen worüber man nach einem schönen Wochenende Zuhause im Freundes- und Bekanntenkreis witzige und tolle Geschichten erzählen kann oder sich über die Orga aufregt. Oder was Larper halt sonst so tun, wenn nicht gerade Con ist ;-)

Utopische Grüße,
Lena

Mirror – Jacke, Top und Koppel

Heute habe ich den gesamten Abend, in Anbetracht einer Tavernencon am Samstag in Hannover, an meiner Mirror gearbeitet.
Bilder von mir in vollem Outfit gibt es hoffentlich dann am Wochenende, aktuell leider nur von der Puppe.

Ich habe endlich mal wieder mehr und besser sichtbare Scavisymbole angebracht. Des weiteren ist ein dreipunkt-Koppel entstanden auf der basis von zwei alten Gürteln und einem Taschenriemen. An den Gurt habe ich dann auf dem Rücken die Scheide meiner Machete in derart modifizierter Form angebracht, dass ich die Machete nun bequem über die Schulter ziehen kann.
Am Gurt hängen meine leere Patronen- und Krimskramstasche, ein Tiefziehholster mitsamt Sweet Revenge, die Rückenscheide, mein Trinkhorn und eine große NVA-Tasche, die ich auf meinem ersten FATE erstanden habe und seit dem Teil meiner Scavi-Chars ist.
Mein Top hat auch endlich noch mal etwas Beachtung erfahren: Hier kam ein Scavisymbol und eine Sonnenblume aus dem Logo der Grünenpartei dazu. Mehr folgt in kürze.

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Des weiteren habe ich meinen Rucksack, in dem normalerweise meine Handelswaren sind, überarbeitet. Ich habe zwei Dosen in die Seitentaschen getan, welche es mir ermöglichen schneller an die dort gelagerte Handelsware zu kommen. Am Quergurt an dem er getragen wird, habe ich etwas Flammenstoff angebracht, den ich auf dem letzten FATE von Jefe erstand. Außerdem wurden Scavisymbole angebracht und mehr bunter Stoff vernäht, um den bisher einzigen (großen) schwarzen Fleck an der Gewandung zu verkleinern.

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